Guido Westerwelle stellte als Teil der neuen Afganistan Politik ein Austiegsprogramm für Taliban vor; in etwas vergleichbar mit “Exit” ein Auffangprogramm für ehemalige Neonazis. Als ich das gelesen hatte schoss mir vieles durch den Kopf. Ob er diesen Vorschlag ernst meint. Ob er diesen Geistesblitz selber hatte. Oder ob er schlicht mal gute Publicity für die FPD schaffen wollte. Oder das Guido Westerwelle schlicht realitätsfremd sein könnte. Das er diese Idee ernst meint ist mittlerweile zu mir durchgedrungen. Ob er die Idee selber hatte weiß wohl nur er selbst. Bei der Sache mit der Publicity glaube ich fest an die Hoffnung dass er die FPD schlicht wieder auf Kurs bringen möchte. Nun sind wir bei der Realitätsnähe. Und damit sind wir beim Kernproblem der ganzen Aufregung. Ich persönlich glaube, das Guido Westerwelle schlicht, keine Ahnung hat, wie eine Gesellschaft die der unseren eigenen so fern ist, funktioniert. Das muss er gar nicht persönlich wissen. Jedefalls nicht von vornerein. Denn hierfür gibt es Berater, die Westerwelle darüber aufgekärt hätten, dass die Gesellschaftslage dort schlicht völlig anders ist als bei uns. Und diese hätten ihm vermutlich gesagt, dass das Ganz eine tierische “Schnappsidee” ist. Diese Folgerungen meinerseits, lassen mich zu folgender Schlussfolgerungen kommen: Entweder er hat keine Berater konsultiert, er hat sich über den Rat von Beratern hinweggesetzt oder er hat sich schlicht überhaupt nicht informiert. Alle diese Dinge zeugen nicht wirklich von einem Politiker der Außenminister sein sollte. Um der Thematik wieder etwas näher zu kommen: Um jemanden aus einer stark einer Sekte ähnelnden Gruppe (und dies ist die Taliban) herauszuschleusen, muss ihm eine Alternative geboten werden. Ich bezweifle ernsthaft, das es in Afganistan zur Zeit Alternativen hierzu gibt. Und damit komme ich zum leidigen Thema Geld. Das Ganze Programm muss finanziert werden. Soweit ich weiß liegen noch keine konkreten Zahlen zu diesem geplanten Programm vor. Fest steht nur, das es wohl mehrere Milionen Euro kosten wird. Um einen Vergleich zu wagen, “Exit” hat zig Dutzend Menschen geholfen. Und hatte und hat immer Geldsorgen, obwohl von Anfang an Erfolge da waren. Mein Vorschlag: Steckt das Geld, das für den Taliban Ausstieg geplant ist, in Projekte wie “Exit” oder verwendet für die Integration von Ausländern. Dort wäre das Geld sehr gut Angelegt. Es wäre sicher, das es nicht in irgendwelchen Schwarzen Kassen in Afganistan verschwindet. Obwohl ich mit “Exit” nichts am Hut habe oder hatte, finde ich es gerade in Zeiten, in denen die Politischen Extreme wie ansteigen, wichtig einen Gegenpol zu schaffen oder zu erhalten.
AlJuPo
0 Antworten bis jetzt ↓
Es gibt keine Kommentare bis jetzt...Trete Sachen weg, die vom Formular runterfallen.
Hinterlasse ein Kommentar